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 Gewässerschutzanlagen
 - Beschreibung
 - Schlüsselelemente
 - Stationäre Anlagen
 - Mobile Anlagen
 Beschreibung
Die Gewässerschutzanlage dient der Reinigung der im Vortrieb entstehenden Abwässer des Tunnelbaus, um die behördlich vorgeschiebenen Einleitkriterien unbedingt einzuhalten. Die Abwässer umfassen Bergwasser und verschiedene Betriebsabwässer.

Zusätzlich zu den allgemein geltenden Richtlinien für die Einleitung von Abwässern werden im Tunnelbau spezifische Grenzwerte für eine Reihe von Parameter vorgeschrieben, die in Verordnungen wie der zur "Allgemeinen Begrenzung von Abwasseremissionen in Fließgewässer und öffentliche Kanalisation". Zu diesen Parametern zählen:
 

 - pH-Wert von 6,5 bis 8,5
 - Abfiltrierbare Stoffe < 50 mg/l
 - Absetzbare Stoffe < 0,3 ml/l
 - Summe Kohlenwasserstoffe (TOC) < 5 mg/l

Darüber hinaus wird in vielen Fällen die Leitfähigkeit als Summenparameter für die Verschmutzung des Abwassers herangezogen. Aus der Multiplikation der Leitfähigkeit (µS * cm-1) mit dem Faktor 0,725 ergibt sich angenähert der Abdampfrückstand (mg/l bei 25°C) [Hölting, 1992]. Die Messung von Nitrit erweist sich als sinnvolle Ergänzung, insbesondere bei Sprengvortrieb.

Die Aufgabe einer Gewässerschutzanlage (GWA) ist es, die beschriebenen Einleitkriterien für Abwasser verlässlich einzuhalten. Der Beitrag von SEIBOLD-Messtechnik zur Lösung dieser Aufgabe ist die Erstellung eines Konzepts, die Herstellung einer Anlage und die Unterstützung im laufenden Betrieb der Anlage.

Die Herausforderung bei der Erstellung eines einfachen und betriebssicheren Konzepts ist die Berücksichtigung der laufenden Veränderungen durch den Vortrieb und den Abweichungen von Planungsvoraussetzungen. Der für die Betriebssicherheit erforderliche einfache Aufbau der Anlage steht dabei im Gegensatz zur Komplexität der Anforderungen.

Die Komplexitätstreiber sind insbesondere Platzmangel, eine kleine Vorflut, eine große Distanz vom Tunnelportal zur GWA, fallender Vortrieb, Tätigkeiten im öffentlichen Bereich und natürlich ein großer Wasseranfall. Das Modell der idealen Gewässerschutzanlage von SEIBOLD-Messtechnik bietet klare Konzepte und Lösungen für die unterschiedlichen Anforderungen.

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 Schlüsselelemente
Die typische Gewässerschutzanlage besteht aus einer Vorabsetz-Einrichtung am Tunnelportal, einer Flockungsanlage, einem Absetzbereich mit Ölabscheidung, einer Neutralisation und einer Endkontrolle.
Von besonderer Bedeutung für den reibungslosen Betrieb und den Nachweis der Leistung sind Online-Messungen, Datenaufzeichnung und Telemetrie.

Vorabsetz-Einrichtung: Zur Absetzung von groben Feststoffen wird direkt beim Tunnelportal oder nach Möglichkeit im Tunnel ein Becken vorgesehen. Dort abgesetzte Feststoffe vereinfachen die weitere Behandlung des Abwassers.

Flockungsanlage: Zur Verringerung der Verweildauer im Absetzbecken und der Absetzung feinster Stoffe (Trübstoffe), wird das Abwasser mit Flockungsmitteln behandelt.

In Abhängigkeit der geologischen und bautechnischen Rahmenbedingungen werden anionische und kationische Flockungsmittel auf Polymerbasis eingesetzt, die in umfangreichen Versuchen ausgewählt und im Rahmen der Wartung regelmäßig überprüft werden.

Die Steuerung der optimalen Menge in Abhängigkeit von Durchfluss und Trübung sowie die Durchmischung des Flockungsmittels mit dem zu behandelnden Abwasser stellen das besondere Know-how von SEIBOLD-Messtechnik dar.

Absetzbereich: SEIBOLD-Messtechnik berechnet die erforderlichen Dimensionen basierend auf den Richtlinien der SIA. Als Daumenregel gilt (nach SIA Norm 431), ausgehend von 20 Minuten Verweildauer im Absetzbecken:

benötigtes Absetzvolumen (m3) ~ Zufluss (l/s) + 20%
benötigte Oberfläche** (m2) ~ Zufluss (l/s) x 2 **für die Einleitung in eine große Vorflut

Durch Tauchwände (mindestens 50cm tief) wird das aufschwimmende Öl zurückgehalten und durch Pumpen bzw. Skimmer abgezogen.

Neutralisation: Durch den zur Sicherung des Vortriebs verwendeten Spritzbeton wird der pH-Wert des Bergwassers basisch, typischer Weise liegt dieser im Bereich von pH 10 (steigender Vortrieb oder Tunnelbohrmaschine, TBM) bis pH 12 (fallender Vortrieb).

Aufgrund der einfachen Dosierung und der effizienten Lösung von CO2 in Wasser, stellt die Neutralisation durch die Zugabe von CO2 eine kostengünstige und sehr betriebssichere Methode dar. Die Einbringung und Durchmischung erfolgt durch statische Mischer von DN50 bis DN600.

Online-Messungen: Die Leistungsparameter der Neutralisation (Durchfluss, pH-Werte in Zu- und Ablauf) und jene für die Absetzung (Trübe und Leitfähigkeit) werden kontinuierlich gemessen. Gleichzeitig dienen diese Messergebnisse als Regelparameter für die Steuerung der Neutralisation und der Flockung, sowie als Grundlage des Berichtswesens für Behörde und Auftraggeber.

Neben den genannten Messungen können entsprechend der speziellen Anforderungen zusätzliche Messungen wie Temperatur, Nitrit oder ähnliche, implementiert werden.

Datenaufzeichnung: Alle Messdaten werden zur späteren Analyse und Dokumentation sowohl vor Ort, als auch zentral auf einem Hochsicherheits-Server gespeichert. Die Datenaufzeichnung dokumentiert nicht nur lückenlos die Leistung der Anlage, sondern auch besondere Vorkommnisse und Betriebszustände.

Telemetrie: Über GSM/GPRS werden nicht nur die wertvollen Messdaten auf den Hochsicherheits-Server übertragen, sondern auch Regelparameter nach eingehender Analyse der aufgezeichneten Werte in Absprache mit dem Betreiber optimiert. Weitere Informationen zu Telemetrie finden Sie hier.
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 Stationäre Anlagen
Für Durchflussmengen größer 40 l/s, geeignetem Einrichtungsplatz und Bauzeiten von länger als zwei Jahren, eignen sich besonders Gewässerschutzanlagen in Erdbauweise.

Das Niveau aller Becken und Zuläufe wird so geplant, dass keine Pumpen innerhalb der Anlage erforderlich sind. Die Anlage wird dadurch natürlich durchflossen. Pumpen innerhalb der Anlage beeinträchtigen durch Ihre künstlichen Zulaufschwankungen die Leistung der Anlage und stellen zudem ein zusätzliches Betriebsrisiko dar.
 
Eine stationäre Anlage besteht aus einem Verteilerbecken, drei Absetzbecken, einem Neutralisationsbecken und einem Kontrollbecken. Der Zulauf erfolgt über das Verteilerbecken, mit dem man mittels Schieber einzelne Becken beschicken kann.

Im Normfall werden zwei Becken parallel beschickt, das jeweils dritte Becken dient als Retentionsbecken bei Störfällen und als Ausweichbecken bei der Schlammräumung. Als sinnvolle Retentionszeit kann man 30 Minuten annehmen, in dieser Zeit ist eine kleine Störungsbehebung möglich. Als nicht als sinnvoll erachten wir Systeme, die bei Störfällen versuchen, das Abwasser wieder in die Absetzbecken zurückzuführen.

Über einen Ablaufschacht erfolgt die Abführung des Abwassers entweder in eine Vorflut, oder einen Pumpensumpf. Die Wassermengenmessung erfolgt typischer Weise unter Verwendung eines Überfallwehrs im Ablaufschacht. Überfallwehre sind robust, unproblematisch und sehr langlebig. Ebenso gefällt es uns, dass sogar bei Stromausfall oder Ausfall des Ultraschallsensors die Mengenmessung einfach per Zollstab durchgeführt und im Betriebsbuch vermerkt werden kann.

Wir bieten von der Konzeption bis zu Erstellung der Einreichpläne für die behördlichen Genehmigungen, die Herstellung der Anlage und die laufende Wartung an. Für die Dimensionierung stützen wir uns auf die schweizerische Norm der SIA.
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 Mobile Anlagen
Für Tunnelprojekte, in denen für die Einrichtung einer stationären Anlage nicht ausreichend Platz zur Verfügung steht, oder die Einrichtung einer stationären Anlage ob der kurzen Projektlaufzeit nicht sinnvoll wirtschaftlich umgesetzt werden kann, bietet SEIBOLD-Messtechnik speziell eingerichtete mobile Anlagen an, die die gesamte erforderliche Funktionalität einer Gewässerschutzanlage auf kleinstem Raum zur Verfügung stellt.

Mobile Gewässerschutzanlagen umfassen typischer Weise einen Behandlungs- und einen Trockenbereich und sind, in Abhängigkeit von der zu erwartenden Durchflussmenge, in einem 10- oder 20-Fuß-Container untergebracht.

Der Behandlungsbereich umfasst eine Durchflussmessung, einen Absetzbereich, die pH-Messung im Zulauf und die zur Behandlung des pH-Wertes erforderlichen Einrichtungen, wie die CO2-Zudosierung

 
Im separaten Trockenbereich sind sämtliche Mess- und Steuerungsapparaturen untergebracht, die die Leistung der Anlage sicherstellen. Alle Container sind darüber hinaus mit einer Vielzahl von größeren und kleineren Details, wie z.B. Staplertaschen zum einfachen Transport, ausgestattet.
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SEIBOLD-Messtechnik und Projektentwicklug GmbH, A-1110 Wien, Grillgasse 51
Tel +43 1 332 00 60, Fax +43 1 332 00 60 44, office@seiboldme.com